Zündleitungen


Kupferzündkabel Wirkwiderstands-Zündleitungen Blindwiderstands-Zündleitungen Defekte an den Zündkabeln
Die Zündkerze bezieht ihre hohe Spannung von einer Zündspule oder einem Zündverteiler. Um die Spannung von dort zu den Zündkerzen zu leiten, benötigt man besondere Kabel: die Zündkabel. Aufgrund der hohen Spannungen (bis zu 36.000 Volt) müssen diese deutlich besser als herkömmliche Kabel isoliert sein. Dabei sollen sie die hohe Spannung möglichst verlustfrei zu den Zündkerzen leiten. Die hohe Spannung wird entsprechend der Motor-Steuerung impulsartig übertragen. Das führt dazu, dass Radioempfang oder empfindliche Steuergeräte (beispielsweise das Motorsteuergerät) gestört werden können. Es gilt also, diese Störungen effektiv zu unterdrücken, was teilweise schon durch die entsprechenden Zündkabel möglich ist.

Kupferzündkabel

Für die wirkungsvolle Funkentstörung von Kabeln benötigt man einen Widerstand. Dieser ist im Verhältnis der übertragenen Zündspannung so gering, dass eine Verminderung der Zündleistung so gut wie ausgeschlossen ist. Am häufigsten werden für Otto-Motoren Kupferzündkabel verwendet. Diese sind widerstandsarm und bewirken per se keine Funkentstörung. Der Entstörwiderstand befindet sich daher in den Anschlusssteckern. Kupferzündkabel werden verwendet, wenn zur Übertragung der Zündspannung zu den einzelnen Zündkerzen unterschiedlich lange Strecken überbrückt werden müssen. Sie haben eine Kupferseele, welche zum Schutz gegen Korrosion verzinnt ist. Die Ummantelung besteht meistens aus Silikonkautschuk, der Temperaturen bis zu 220 °C standhält. Wichtig für Zündkabel ist, dass sie gegen Öl und Benzin resistent sind, denn diese Flüssigkeiten gelangen gelegentlich in kleinsten Mengen an die Kabel.

Wirkwiderstands-Zündleitungen

Widerstandszündleitungen entstören sich aufgrund der Materialien (elektromagnetisches Karbon und Silikon) praktisch selbst. Da durch die zunehmende Länge auch der Widerstand größer wird, eignen sie sich für Fahrzeuge, die Zündleitungen gleicher Länge benötigen. Hier wird kein Entstörwiderstand gebraucht, wie er bei einem Kupferkabel nötig wäre.

Blindwiderstands-Zündleitungen

In diesen Leitungen wird eine Induktionsspannung erzeugt. Eine leitende magnetische Silikonschicht ist von einem Edelstahlgeflecht umgeben. Dadurch wird ein pulsierendes Magnetfeld erzeugt. Durch Speicherung und Abgabe von Energie aus der Zündspule hebt sich die Induktionsspannung im Zündkabel auf. Abhängig von der jeweiligen Motordrehzahl schwankt auch der Widerstand dieser Zündkabel.

Defekte an den Zündkabeln

Wegen der hohen Spannung von Zündanlagen sollten an Zündkabeln keine Arbeiten mit laufendem Motor oder eingeschalteter Zündung durchgeführt werden. Es besteht dabei Lebensgefahr. Die Zündkabel können in Abständen auf poröse Stellen in der Ummantelung untersucht werden. Ein beschädigter Mantel kann schnell zu Massekurzschlüssen führen. Zündkabel sollten im Motorraum nicht frei herum baumeln, sondern fest verlegt sein. Gelangen sie auf heiße Motorbauteile wie den Auspuffkrümmer, kann die Isolationsschicht verschmoren. Auch im Kühlventilator überleben Zündkabel nicht allzu lange. Sehr beliebt sind Zündkabel auch bei Mardern, unter anderem weil das weiche Isolationsmaterial zum Zubeißen anregt.
Weitere Bauteile von Zündung