Glühzeitrelais


Aufgabe des Glühzeitrelais (Zündsteuergerät) Verwendung in modernen Dieselfahrzeugen
Dieselkraftstoff ist bei Kälte wenig zündfreudig. Damit ein Dieselmotor zuverlässig anspringt, muss man ihm deshalb vor allem bei niedrigen Temperaturen ein wenig „helfen“ und den Brennraum im Zylinder vorheizen. Oldtimer-Liebhaber werden diesen als „Rudolf-Diesel-Gedenkminute“ humorig verspotteten Vorgang etwa von betagten Daimler-Selbstzündern (Mercedes „Strich-Acht“) kennen, die den Heizvorgang durch einen in der Armaturentafel verbauten Glühwendel („Salzstreuer“) dokumentieren. Heute geschieht das durch ein entsprechendes Warnlicht („Vorglühleuchte“), welche die Glühphase anzeigt – erst nach dem Erlöschen der Warnlampe sollte der Motor gestartet werden. Andernfalls springt die Maschine nicht oder nur sehr mühevoll an und gibt dichte Qualmwolken durch unverbrannten Kraftstoff aus dem Auspuff ab.

Aufgabe des Glühzeitrelais (Zündsteuergerät)

Glühkerzen können an ihrer Glühspitze Temperaturen von etwa 1000 Grad Celsius erreichen. Pro Zylinder kommt eine Glühkerze zum Einsatz, die den Brennraum auf eine so hohe Temperatur aufheizt, dass das Diesel-Luft-Gemisch unter allen Umständen zündfähig ist. Wie lange der Brennraum vorgeheizt werden muss, entscheidet das Zündsteuergerät, das bei Dieselmotoren Glühzeitrelais genannt wird. Die Vorheizdauer ist dabei abhängig von Motor- und Glühkerzentyp sowie ganz besonders von der Umgebungstemperatur. Wenn Sie ein älteres Dieselfahrzeug fahren, wird Ihnen sicher schon oft aufgefallen sein, dass die Vorglühphase im Sommer oder bei bereits warm gefahrener Maschine entsprechend kürzer ausfällt.

Nun handelt es sich beim Glühzeitrelais nicht um einen einzelnen Lastschalter, sondern um ein Steuergerät, welches je nach Motortyp mehrere Leistungsschalter beinhaltet, die für die entsprechende Anzahl der zu versorgenden Glühkerzen Stromkreise zu- oder abschalten.

Verwendung in modernen Dieselfahrzeugen

Hochmoderne Direkteinspritzer-Diesel benötigen die „Gedenkminute“ älterer Artgenossen nicht mehr, ihr Startvorgang läuft wesentlich schneller ab, obwohl auch sie eine Vorglühphase haben. Allerdings wird diese von vollelektronischen Zündsteuergeräten – ihrerseits mit dem zentralen Motorsteuergerät verbunden – initiiert und überwacht, die Ein- und Ausschaltzeiten der Glühkerzen mittels Leistungstransistoren (diese schalten um ein Vielfaches schneller als Relais) durchgeführt. Auch die korrekte Funktion, der Stromfluss, die Stromstärke und Heizleistung jeder einzelnen Glühkerze werden gemessen und per Rückkanal an das Motorsteuergerät gemeldet. Defekte werden im Fehlerspeicher abgelegt und können bei Bedarf von der Werkstatt ausgelesen werden.