Sekundärluftsystem (SLS)


Funktionsweise des Sekundärluft-Systems (SLS) Sekundärluft-Ventile sind meist elektrisch
Einen besonders hohen Schadstoffausstoß haben Otto-Motoren, wenn sie ihre Betriebstemperatur noch nicht erreicht haben. Zum einen benötigen sie während des Kaltstarts einen Kraftstoffüberschuss (fettes Gemisch), was zu einer Erhöhung der unverbrannten Kohlenwasserstoffe und des Kohlenmonoxids führt. Zum anderen erfolgt die Nachbehandlung der Schadstoffe durch Katalysator und Lambdaregelung erst bei erreichter Betriebstemperatur effektiv genug. In dieser Phase reduziert das Sekundärluft-System deutlich die Schadstoffmengen vor Erreichen der Betriebstemperatur.

Funktionsweise des Sekundärluft-Systems (SLS)

Ein elektrisches Luftgebläse (Sekundärluftpumpe) entnimmt dem Ansaugtrakt oder dem Motorraum sauerstoffreiche Luft. Gefiltert durch die Luftfilterung des Ansaugtraktes oder bei Entnahme aus dem Motorraum durch einen separaten Luftfilter, wird die Luft dicht hinter den Auslassventilen im Abgaskrümmer eingebracht. Unterschiedliche Sekundärluftventile, welche elektrisch oder elektropneumatisch betätigt werden, lassen je nach Temperatur für eine Dauer von bis zu drei Minuten Luft in den Abgastrakt strömen. Dadurch wird erreicht, dass die Abgase noch einmal verbrannt werden. Der zusätzliche Sauerstoff fördert die Nachoxidation, so dass sich in der Summe Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid in unschädliches Wasser und Kohlendioxid umwandeln. Zusätzlich bewirkt die entstehende Wärme bei diesem Vorgang ein schnelleres Aufwärmen des Katalysators und somit ein deutlich früheres effektives Arbeiten der Lambdaregelung. Die unterschiedlichen SLS-Ventile (Sekundärluft-Abschaltventil und Sekundärluft-Rückschlagventil) sorgen dabei dafür, dass Abgase oder Druckspitzen nicht zurück in das Sekundärluft-System gelangen und Beschädigungen verursachen. Ferner stellen sie sicher, dass Frischluft nur während der Kaltstartphase in das Abgassystem eingespeist wird.

Sekundärluft-Ventile sind meist elektrisch

Moderne Sekundärluft-Ventile werden zunehmend als elektrische Ventile ausgelegt und lösen die pneumatischen Ventile ab. In ihnen können beide Ventilarten (Rückschlag- und Abschaltventil) in einem Ventil realisiert werden. Das verkürzt die Reaktionszeiten und senkt den Verschleiß sowie die Störanfälligkeit. Die höheren Stellkräfte können sich beispielsweise besser gegen Ruß und Ablagerungen an den Elementen durchsetzen. In Verbindung mit der On-Board-Diagnose (OBD) können sie auch mit Drucksensoren ausgestattet werden.
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