Gasdruckstoßdämpfer


Vorteile von Gasdruckstoßdämpfern Defekte Stoßdämpfer erkennen Worauf beim Wechsel und Einbau zu achten ist
Früher waren Öldruckstoßdämpfer weit verbreitet. Sie haben jedoch gegenüber den heute hauptsächlich verwendetet Gasdruckstoßdämpfern einen großen Nachteil: Im Öl ist etwa 10% Luft gebunden. Unter Belastung trennen sich also die Luftmoleküle von den Ölmolekülen und sorgen für ein Nachlassen der Dämpfkraft. Die Dämpfkraft kann sich um bis zu 35% verringern und erst nach einer „Ruhepause“ wieder vollständig aufgebaut sein. Dies wird zu einem deutlich schlechteren Fahrverhalten führen.

Vorteile von Gasdruckstoßdämpfern

Gasdruckstoßdämpfer arbeiten im Prinzip wie Öldruckstoßdämpfer. Allerdings verfügen sie zusätzlich über ein Gaspolster (Stickstoff), was ein Aufschäumen des Dämpferöls bei Belastung verhindert. Das Gas wird beim Zusammendrücken des Dämpfers komprimiert und verschafft dem verdrängten Öl dadurch ausreichend Platz. Beim Auseinanderziehen des Dämpfers drückt das komprimierte Gas das Öl wieder zurück in seine Kammer. Durch die Vermeidung des Aufschäumens sind Gasdruckstoßdämpfer auch nach längerer Beanspruchung voll einsatzbereit und deswegen deutlich sicherer als Hydraulikstoßdämpfer. Die zuverlässige und konstante Arbeitsweise von Gasdruckstoßdämpfern erlaubt es, ein Fahrwerk viel exakter abzustimmen, was vor allem im Motorsport sehr wichtig ist.

Defekte Stoßdämpfer erkennen

Stoßdämpfer müssen zur Erfüllung ihrer Funktion absolut dicht sein. Nicht selten sind defekte Stoßdämpfer durch Ölspuren an ihrem Gehäuse erkennbar. Natürlich können aber auch Dämpfer ohne Ölspuren Lecks haben oder undicht sein. Defekte Dämpfer lassen sich in der Regel durch folgende Methode nachweisen: Wird ein Fahrzeug durch manuelles Wippen in Schwingung versetzt, sollten die Dämpfer nach dem Loslassen des Fahrzeugs nach zwei Schwingungen den Ruhezustand hergestellt haben. Ist dies nicht der Fall, kann von einem Defekt ausgegangen werden. Dennoch muss man aufpassen: Selbst wenn das Fahrzeug danach zur Ruhe kommt, ist das kein Garant für einen einwandfreien Stoßdämpfer, denn bei dieser Methode werden die Sicherheitsbereiche der Zug- und Druckstufe der Dämpfer bei weitem nicht erreicht. Auch an sporadisch ausgewaschenen Reifenprofilen lassen sich defekte Stoßdämpfer erkennen.

Worauf beim Wechsel und Einbau zu achten ist

Nicht immer ist normaler Verschleiß die Ursache für defekte Stoßdämpfer. Auch ein unsachgemäßer Einbau kann eine Beschädigung nach sich ziehen. Bei jedem Hub bewegt sich die Kolbenstange an den Dichtungen vorbei. Wird die glatte Oberfläche der Kolbenstange beim Einbau beschädigt, zum Beispiel durch das Festhalten mit einer Zange, kann bei jedem Hub die Dichtung eingerissen werden. Auch ein verspannter Einbau sollte vermieden werden. Dies geschieht beispielsweise, wenn bei frei hängender Achse auf der Arbeitsbühne bereits die obere Befestigung des Stoßdämpfers angezogen wird. Später, wenn das Fahrzeug wieder auf den Rädern steht, führt dies zu einem Durchreiben der Chromschicht auf der Kolbenstange. Das wiederum erzeugt eine Beschädigung der Dichtungen. Man sollte die Dämpfer also erst festschrauben, wenn alle Räder auf dem Boden stehen.