Anlasser


Arbeitsweise eines Verbrennungsmotors Arbeits- und Bauweise eines Anlassers Die häufigsten Probleme des Anlassers Tipps bei Problemen
Alle Autofahrer wissen, wie sie einen Motor starten: Durch Drehen des Zündschlüssels oder Druck auf den Starterknopf fängt die Maschine an zu arbeiten. Doch was geschieht genau beim Starten und warum braucht es dafür einen Anlasser?

Arbeitsweise eines Verbrennungsmotors

Die Arbeitsweise eines Verbrennungsmotors basiert auf der Verbrennung eines zündfähigen Gemischs. Im Otto-Motor geschieht die Zündung durch die Zündkerzen, im Diesel-Motor erfolgt durch die hohe Verdichtung und Temperatur eine Selbstzündung. Das zündfähige Gemisch wird durch Gemischaufbereitung und einen Ansaug- und Verdichtungstakt in den Zylindern gebildet. Die Kurbelwelle des Motors muss sich aber drehen, damit die Kolben der einzelnen Zylinder diese Takte durchlaufen können. Die dafür notwendige Drehbewegung der Kurbelwelle musste bei den ersten Automobilen mit Hilfe einer Handkurbel erzeugt werden. Da dies jedoch weder komfortabel noch sicher war, wurde 1899 der elektrische Anlasser erfunden.
Cadillac, Lancia und Citroën waren die ersten Automobilhersteller, die in den 20er-Jahren serienmäßig elektrische Anlasser für ihre Fahrzeuge verwendeten. Heute hat jedes Auto einen elektrischen Anlasser, der auch Starter genannt wird. Nur bei motorbetriebenen Zweirädern ist noch das mechanische Starten (Kickstarter) weit verbreitet.

Arbeits- und Bauweise eines Anlassers

Am hinteren Ende des Motors, vor dem Getriebe, sitzt das Schwungrad des Motors. An dieser Position ist auch der Anlasser (Schub-Schraubtrieb-Starter) befestigt. In seinem Gehäuse sind ein extrem kräftiger Elektromotor und der Magnetschalter untergebracht. Zwei Elektromagnete verschieben bei ihrer Aktivierung (Starten) über einen Schiebeanker ein Ritzel in die Verzahnung des Schwungrades. Gleichzeitig wird durch diese Bewegung eine Druckfeder gespannt, um nach Beendigung des Startvorgangs den Schiebeanker in seine Ruhestellung zurückzudrücken und dadurch den Freilauf zwischen Schwungrad und Ritzel herzustellen. In der Endstellung des Magnetschalters, beim Verzahnen des Ritzels mit dem Schwungrad, wird der Elektromotor aktiviert und bringt den Verbrennungsmotor über das Ritzel auf die benötigte Motor-Umdrehungszahl, sodass er selbständig weiter laufen kann. Bei warmen Motoren wird eine Drehzahl von etwa 300 Umdrehungen pro Minute zum Starten benötigt. Diese Drehzahl und das erforderliche Drehmoment erreicht der Startermotor durch ein angepasstes Übersetzungsverhältnis von 10 bis 20 zu 1. Im Winter kann der Startvorgang etwas länger dauern, da das Öl noch kalt ist und das Drehen der Kurbelwelle mehr Kraftaufwand für den Anlasser bedeutet. Der Anlassvorgang ist aber in der Regel innerhalb weniger Sekunden vorüber. Dabei fließen hohe Ströme, sodass selbst eine starke Autobatterie nach minutenlangem „Orgeln“ in die Knie gehen kann.

Die häufigsten Probleme des Anlassers

Wie lebensnotwendig ein Anlasser für ein Auto ist, merkt man in der Regel erst, wenn er einmal nicht seinen Dienst tut. Dafür kann es zahlreiche Gründe geben. Hauptverdächtiger in so einem Fall ist häufig die Auto-Batterie. Mit einer Leistungsaufnahme von über 100 Ampere ist der Anlasser der größte Stromverbraucher im Fahrzeug. Gerade bei Minusgraden ist die Leistungsabgabe einer Auto-Batterie schwächer als bei höheren Temperaturen. Auch die Viskosität des Motoröls kann bei niedrigen Temperaturen den zu überwindenden Widerstand für den Anlasser zusätzlich erhöhen, was einer erhöhten Stromaufnahme gleichkommt. Zwei Parameter, die gegeneinander arbeiten.
Ist die Batterie schon älter, schlecht gewartet oder durch Störungen im Generator/Regler nicht vollständig aufgeladen, kann es zum Versagen des Anlassers kommen. Meistens sind noch einige Startversuche möglich, bei denen jedoch nicht mehr die benötigte Motor-Umdrehungszahl erreicht wird. Wichtig ist, dass die ordnungsgemäße Kabelverbindung der Batterie und des Anlassers gegeben ist. Korrodierte oder nicht richtig befestigte Kabel oder ein Kabelbruch sind häufige Problemursachen. Bei einer intakten Batterie kann auch der Anlassermotor selbst defekt sein. Sollte die Batterie für das Versagen des Anlassers der Grund sein, kann man mit einem Starthilfekabel den benötigten Strom von einer anderen Batterie oder einem anderen Fahrzeug beziehen.
Der Magnetschalter, welcher das Ein- und Ausfädeln des Ritzels in das Schwungrad bewerkstelligt, ist ein häufiger Schwachpunkt bei Anlassern. Seine elektromechanische Funktion kann durch Korrosion oder Verschleiß den Dienst versagen. Bei seiner Arbeit vernimmt man ein metallisches Klacken. Bleibt dieses aus, ist seine Funktion wahrscheinlich gestört. Es kann manchmal helfen, durch gezielte Stöße mit einem Hammerstiel oder einem anderen weichen Material auf das Gehäuse des Magnetschalters seine Funktion wiederherzustellen. Kommt dies jedoch öfter vor, sollte er auf jeden Fall gewechselt werden.
Lassen sich die möglichen Fehlerquellen im Motorraum (Batterie, Anlasser, Verkabelung) ausschließen, ist in manchen Fällen auch die Ansteuerung des Anlassers unterbrochen. Es kann sein, dass das Zündschloss defekt oder ein Kabel gebrochen ist.
Entgegen der Variante, dass ein Anlasser nicht arbeiten will, gibt es auch den Fall, dass er seinen Betrieb nicht mehr einstellt. Dies könnte eine Fehlfunktion des Magnetschalters oder eine defekte Druckfeder bedeuten. Für Anlasser und Schwungrad ist das gefährlich, denn beide können ernsthaft beschädigt werden. In diesem Falle ist die Zündung sofort wieder auszuschalten. Sie erkennen eine solche Fehlfunktion daran, dass neben dem Motorgeräusch der Startermotor fortwährend hochtourig aufheult.

Tipps bei Problemen

Bei Fahrzeugen mit Schaltgetrieben gibt es Notlösungen wie das Anschieben durch eine weitere Person, das Anschleppen oder die Nutzung einer abschüssigen Straße. In allen Fällen wird dabei die Zündung lediglich eingeschaltet. Die Zündschlüssel-Stellung „Start“ ist in diesen Fällen nicht nur unnötig, sondern kann sogar zu erheblichen Beschädigungen des Anlassers oder des Schwungrades führen. Wenn das Fahrzeug mit getretener Kupplung genug Fahrt aufgenommen hat, wird die Kupplung bei eingelegtem 2. oder 3. Gang langsam losgelassen. Der Motor sollte dann in der Regel nach ein paar Metern Fahrt anspringen.
In einem Notfall kann der Anlasser bei Fahrzeugen mit Schaltgetrieben lebensrettend sein. Wenn ein Fahrzeug an einer gefährlichen Stelle (Bahnübergang, Kreuzung, unübersichtliche Kurve) wegen Motordefekt liegenbleibt, vermag der Anlasser das Fahrzeug einige Meter fortzubewegen. Dazu legen Sie den ersten Gang ein, kuppeln ein und drehen dann den Zündschlüssel in die Stellung „Start“. Das Fahrzeug wird sich dann mit einem Ruck in Bewegung setzen und eine kurze Strecke rollen. Die Autobatterie und der Anlasser sind dafür eigentlich nicht ausgelegt und werden dadurch sehr belastet. Diese Methode sollte also nur in Notfällen kurzzeitig angewendet werden. Aus technischen Gründen funktioniert dieser Trick bei Automatik-Getrieben nicht.
Weitere Bauteile von Fahrzeug-Elektrik