Radzylinder


Bauteile eines Radzylinders Anforderungen an Radzylinder
Der Radzylinder, oft auch Radbremszylinder genannt, erfüllt in der Trommelbremse die gleiche Aufgabe wie der Bremssattel bei der Scheibenbremse. Der durch das Bremspedal und dem Hauptbremszylinder eingesteuerte hydraulische Druck sorgt bei den Radzylindern für ein dementsprechendes Ausfahren der Kolben. Dadurch verwandelt sich die hydraulische Kraft in eine mechanische Kraft, welche die Bremsbacken mit ihren Bremsbelägen gegen die Bremstrommel drückt. Aufgrund dessen wird das Rad entsprechend des eingesteuerten Bremsdrucks abgebremst. Rückholfedern sorgen dafür, dass beim Loslassen der Bremse der Reibkontakt zwischen Bremsbelag und Bremstrommel wieder unterbrochen wird und bei unbelastetem Bremspedal kein unerwünschtes Schleifen der Bremsbeläge an der Bremstrommel eintritt. Eine oder mehrere Druckfedern im Radzylinder bringen den Kolben wieder in die Ausgangsposition.

Bauteile eines Radzylinders

Das Radzylinder-Gehäuse, bestehend aus Grauguss oder Aluminium, nimmt den oder die Kolben je nach Bauart, Dichtungen, Manschetten, Druckfedern, Entlüftungsventil und Schutzkappen auf. Wurden früher vorwiegend Gehäuse aus Grauguss gefertigt, verbreiten sich in modernen Kraftfahrzeugen immer mehr Aluminium-Radzylinder. Einer der Vorteile ist das geringere Gewicht von Aluminium. Um Fahrzeuge sparsamer zu machen, wird Gewicht gespart, wo es nur geht. Gleichzeitig können durch den niedrigeren Verbrauch auch die Emissionswerte gesenkt werden. Ein geringeres Gewicht auf den Rädern bringt zudem den Vorteil, dass die ungefederten Massen niedriger sind, was dem Fahrkomfort und der Straßenlage zugutekommt. Aluminium zeigt sich auch sehr resistent gegen Korrosion – mit einer Ausnahme: Bei Radzylindern aus Aluminium darf kein kupferhaltiger Bremsenschmierstoff eingesetzt werden. Zwischen Aluminium und Kupfer kommt es sonst zu einer elektrolytischen Reaktion, welche eine elektro-chemische Korrosion fördern kann.

Anforderungen an Radzylinder

Radzylinder müssen besonders korrosionsbeständig sein, da sonst ein Festsitzen des Kolbens die Folge sein kann. Dies würde einerseits den Ausfall der betreffenden Trommelbremse bedeuten, wenn der Kolben am Ausfahren gehindert wird, andererseits kann Korrosion auch das Zurückfahren des Kolbens behindern. Ein Schleifen der Bremse könnte dann die Folge sein, was ein permanentes Schiefziehen des Fahrzeugs, heißlaufende Bremse und extremen Verschleiß an Bremsbelägen und Bremstrommel nach sich ziehen würde.