Radsensor


Passive und aktive Radsensoren Weitere Aufgaben der Radsensoren
Moderne KFZ unterstützen den Fahrer durch elektronische Systeme. Dies bringt mehr Sicherheit und steigert zudem den Komfort. Es gibt kaum einen Bereich im Fahrzeug, wo nicht irgendwelche Sensoren Informationen sammeln, welche dann von Regel- oder Steuergeräten ausgewertet werden. So verhält es sich auch bei den Rädern. Unterschiedliche Systeme wie zum Beispiel ABS (Antiblockiersystem), ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) oder ASR (Antriebsschlupfregelung) benötigen Daten über den Bewegungszustand der Räder. Der Bedarf an Radsensoren entstand mit der Entwicklung des ABS Ende der 70er-Jahre. Um das drohende Blockieren von Rädern zu verhindern, muss das ABS Informationen aus den Raddrehzahlen auswerten. Da seit der Selbstverpflichtung europäischer Automobilhersteller im Jahr 2004 jedes Kraftfahrzeug unter 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit ABS ausgerüstet ist, hat auch jedes Fahrzeug Radsensoren.

Passive und aktive Radsensoren

Grundsätzlich unterscheiden sich Radsensoren durch ein Merkmal voneinander, nämlich ob sie für den Betrieb eine Versorgungsspannung benötigen oder ohne auskommen. Viele Hersteller teilen die Radsensoren, welche keine Spannungsversorgung benötigen, in die Kategorie passive Sensoren ein. Solche, die eine Versorgungsspannung benötigen, sind demzufolge aktive Sensoren. Diese Definition ist aber nicht allgemeingültig und entsprang mehr dem täglichen Sprachgebrauch. Demnach bestehen passive Radsensoren aus Spulen, Kondensatoren und Widerständen. Sie geben ihre Signale analog an die Elektronik im Fahrzeug weiter, wo sie zur Verarbeitung noch in digitale Signale umgewandelt werden müssen. Ferner können sie Drehzahlbewegungen des Rades ab etwa 6 km/h messen, weswegen ältere ABS-Systeme erst ab dieser Geschwindigkeit einsatzbereit sind. Die sogenannten aktiven Radsensoren liefern direkt ein digitales Signal , welches von unterschiedlichen Systemen sofort genutzt werden kann. Diese Sensoren können das gesamte Bewegungsspektrum eines Rades wahrnehmen, also auch langsame Bewegungen bis hin zum Stillstand. Auch die Drehrichtung ist erfassbar.

Weitere Aufgaben der Radsensoren

Neben dem Hauptanwendungsgebiet beim ABS, erfüllen Radsensoren inzwischen einige weitere Aufgaben. Durch die feine Sensorik aktiver Radsensoren ist es zum Beispiel möglich, eine elektronische Berganfahrhilfe zu generieren. Solange die Räder drohen, rückwärts zu rollen, hält die elektronische Berganfahrhilfe das Fahrzeug fest und gibt es bei einer Vorwärtsbewegung frei. Auch elektronische Parkhilfen nutzen die Radsensoren. Steht das Fahrzeug länger als ein paar Sekunden, aktiviert die elektronische Parkbremse die Handbremse. In Zukunft werden Radsensoren noch weitere Aufgaben erfüllen. Schon heute nutzt man sie zur Kontrolle des Reifendrucks.