Hauptbremszylinder


Funktionsweise des Hauptbremszylinders Hauptbremszylinder und Assistenzsysteme Füllstand der Bremsflüssigkeit
PKW besitzen hydraulische Bremsanlagen. Bei einem Bremsvorgang wird im Brems-System ein Druck erzeugt, der die Kolben an den Bremsbelägen ausfahren lässt und diese gegen den Reibungspartner (Bremsscheibe oder Bremstrommel) drückt. Dieser Druck wird mechanisch über das Bremspedal (Fußkraft) dem Hauptbremszylinder zugeführt und dort in einen hydraulischen Druck umgewandelt. In PKW ist in der Regel noch ein Bremskraftverstärker zwischen Bremspedal und Hauptbremszylinder angebracht, der jedoch die Verbindung zwischen Bremspedal und Hauptbremszylinder nicht unterbricht. Damit soll sichergestellt werden, dass beim Ausfall der unterstützenden Kraft des Bremskraftverstärkers (z.B. bei Motorstillstand) der Hauptbremszylinder trotzdem seine Funktion erfüllt, wenn auch mit erhöhtem Kraftaufwand.

Funktionsweise des Hauptbremszylinders

In Deutschland ist es seit 1967 Vorschrift, hydraulische Bremsanlagen in zwei unabhängige Kreise aufzuteilen, damit bei Versagen eines Bremskreises der noch verbleibende Bremskreis das Fahrzeug zum Stehen bringen kann. Dieser Anforderung folgend sind Hauptbremszylinder als Tandemhauptbremszylinder ausgelegt. Sie besitzen zwei Druckkolben und zwei Druckkammern, entsprechend den zwei Bremskreisen. Wird das Bremspedal betätigt, verschieben sich die Druckkolben und dichten mit Manschetten (Primärmanschette, Sekundärmanschette, Trennmanschette) zwei getrennte Druckkammern ab. Aus diesen Druckkammern wird der Bremsdruck in das Bremssystem geleitet. Beim Loslassen des Bremspedals sorgen der Druck und eine zusätzliche Feder dafür, dass die Kolben wieder zurück in ihre Ausgangsposition fahren. Dabei werden Bohrungen freigegeben (Ausgleichsbohrung, Nachlaufbohrung), die ein Zurücklaufen der Bremsflüssigkeit ermöglichen, so dass die Bremsen sich lösen lassen.

Hauptbremszylinder und Assistenzsysteme

Heute befinden sich zunehmend Assistenzsysteme in den Fahrzeugen. Mit Einzug von ABS (Antiblockiersystem) und ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) stiegen auch die Anforderungen an den Hauptbremszylinder. Durch Druckschwankungen im Bremssystem, verursacht von Assistenzsystemen, kann es zu erhöhtem Verschleiß der Dichtungen kommen. Deswegen werden Ausgleichs- und Nachlaufbohrung durch Zentralventile ersetzt. Beim Bremsvorgang unterbricht das Zentralventil die Verbindung zwischen Ausgleichs-Behälter und Bremsleitungen. Dadurch wird der Druckaufbau eingeleitet.

Füllstand der Bremsflüssigkeit

In der Nähe des Hauptbremszylinders befindet sich auch der Ausgleichsbehälter für die Bremsflüssigkeit. Ein Absinken des Standes zwischen der Maximum- und Minimummarkierung ist normal, da der Materialverschleiß der Bremsbeläge ein größeres Volumen an Bremsflüssigkeit im Bremssystem zulässt. Sinkt dagegen der Stand unerwartet schnell, zum Beispiel innerhalb einer Woche oder sogar bis unter die Minimummarkierung, ist dringend eine Werkstatt aufzusuchen. Es könnte eine Undichtigkeit im hydraulischen System entstanden sein oder die Bremsbeläge bzw. Bremsscheibe/Bremstrommel an der Verschleißgrenze sein. Es bringt also nichts, einfach nur die fehlende Bremsflüssigkeit nachzufüllen, zumal unterschiedlich spezifizierte Bremsflüssigkeiten nicht miteinander gemischt werden dürfen.