Bremsflüssigkeit


Anforderungen an eine Bremsflüssigkeit Regelmäßiger Bremsflüssigkeitswechsel ist erforderlich Füllstand der Bremsflüssigkeit Luft im Hydrauliksystem
Bei PKW ist das hydraulische Bremssystem am meisten verbreitet. Es macht sich das Prinzip von Pascal zunutze, bei dem sich Druck in einem geschlossenen System über eine Flüssigkeit gleich stark verteilt. In der Praxis heißt das beim Bremsvorgang, dass bei Betätigung des Bremspedals vom Hauptbremszylinder der Bremsdruck an die Radbremszylinder oder Bremssättel über die Bremsflüssigkeit (Hydraulikflüssigkeit) übertragen wird. Da die Ansprüche an eine Bremsflüssigkeit sehr speziell sind, darf nicht irgendeine Hydraulikflüssigkeit verwendet werden.

Anforderungen an eine Bremsflüssigkeit

Bremsflüssigkeit besteht aus Polyglykolverbindungen und hat eine hygroskopische Wirkung. Das bedeutet, dass sie sich mit der Zeit mit Wasser anreichert. Diese hygroskopische Eigenschaft soll so schwach wie möglich sein. Ganz darauf verzichten kann man jedoch nicht, weil gerade diese Eigenschaft dafür sorgt, dass Wasser vollständig gelöst wird und damit nicht in Tropfenform vorliegen kann. Dann nämlich könnte es bei niedrigen Temperaturen gefrieren oder Korrosionsstellen würden gebildet werden. Grundsätzlich liegt der Gefrierpunkt einer neuen Bremsflüssigkeit bei unter -65°C. Da Bremsen im Einsatz sehr heiß werden können, muss die Bremsflüssigkeit auch bei hohen Temperaturen einsatzfähig bleiben. In Deutschland wird ein Mindestsiedepunkt von 180 °C vorgeschrieben. In der Regel vertragen Bremsflüssigkeiten Temperaturen bis 205 °C, was der Spezifikation DOT3 entspricht. Es gibt auch noch höhere Siedetemperaturen wie beispielsweise 260 °C bei der Spezifikation DOT 5.1. Gummi und Metall dürfen von der Bremsflüssigkeit nicht angegriffen werden.

Regelmäßiger Bremsflüssigkeitswechsel ist erforderlich

Auch wenn Bremsflüssigkeit besonders alterungsbeständig ist, erfordert die hygroskopische Eigenschaft wie auch die Anreicherung mit Schmutz- oder Bremsstaubpartikeln ein regelmäßiges Wechseln. Besonders die Anreicherung mit Wasser kann gefährlich werden, wenn die Bremsflüssigkeit nicht rechtzeitig gewechselt wird. Wasser siedet bei etwa 100 °C, also deutlich früher als die Bremsflüssigkeit. Durch die Anreicherung mit Wasser wird der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit immer weiter heruntergesetzt, so dass es zu Dampfblasenbildung im Bremssystem kommen kann. Dies kann zum Ausfall der Bremsanlage führen. Die meisten Automobilhersteller empfehlen ein zweijähriges Wechselintervall. Es gibt aber auch Messgeräte, welche den Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit messen und damit den Zeitpunkt genauer ermitteln, wann gewechselt werden muss.

Füllstand der Bremsflüssigkeit

Jeder PKW mit hydraulischer Bremsanlage hat auch einen Vorratsbehälter für den Ausgleich der Bremsflüssigkeit. Dieser verfügt über jeweils eine Markierung für Minimum und Maximum. Bei neuen Bremsbelägen und Bremsscheiben oder Bremstrommeln sollte die Maximum-Markierung erreicht werden. Mit der Abnutzung der Bremsbeläge oder deren Reibungspartnern sinkt der Bremsflüssigkeitsstand im Vorratsbehälter, da die Radbremszylinder oder Bremssättel immer weiter ausfahren müssen und dadurch mehr Bremsflüssigkeit in das System gedrückt wird. Der Bremsflüssigkeitsstand sollte jedoch nicht unter die Minimum-Markierung sinken! Dies könnte ein Zeichen für übermäßige Abnutzung oder eine undichte Stelle im Bremssystem sein.

Luft im Hydrauliksystem

Mitunter kommt es vor, dass sich Luft im Hydrauliksystem befindet. Meistens merkt man es daran, dass die Bremse erst nach mehrmaliger Betätigung (Pumpen) ihre Wirkung zeigt. Dieses lässt sich mit der Entlüftung des Bremssystems beheben.Bremsflüssigkeit ist giftig und greift Lackflächen an. Sie muss als Sondermüll entsorgt werden und darf dabei nicht mit anderen Flüssigkeiten (zum Beispiel altes Motoröl) vermischt werden.