Bremsbelag


Funktionsweise der Bremsbeläge Bestandteile der Bremsbeläge Belastung eines Bremsbelages Verschleiß der Bremsbeläge Wechseln von Bremsbelägen
Ein Fahrzeug, das sich bewegt, baut Energie auf: die sogenannte kinetische Energie. Je schneller es fährt und umso schwerer es ist, desto höher ist auch der Betrag dieser Energie. Beim Bremsen eines Fahrzeuges muss diese Energie wieder abgebaut respektive umgewandelt werden.

Funktionsweise der Bremsbeläge

Bremsanlagen in PKW wandeln die kinetische Energie in Wärme um. Dies geschieht, indem Bremsbeläge gegen eine Bremsscheibe (Scheibenbremsanlage) oder Bremstrommeln (Trommelbremsanlage) gedrückt werden, was eine hohe Reibung und damit Wärme erzeugt. Bei diesem Vorgang unterliegen die Bremsbeläge einem Abrieb, der als Bremsstaub sichtbar wird und sich besonders bei Scheibenbremsanlagen auf den Felgen absetzt. Bei Trommelbremsen gibt es diesen Abrieb auch, jedoch kommt dieser wegen der geschlossenen Bauweise nicht so deutlich zum Vorschein.

Bestandteile der Bremsbeläge

Bremsbeläge haben die Aufgabe, die Bewegungsenergie eines Fahrzeuges abzubauen, indem sie diese Energie durch Reibung in Wärme umwandeln. Sie müssen also hohen Temperaturen und mechanischen Belastungen standhalten und sollen diese Aufgabe möglichst lange bewerkstelligen, bevor die Beläge abgenutzt sind. Ein Hauptbestandteil von Bremsbelägen war früher Asbest, der sich für diese Aufgabe bewährt hatte. Als jedoch die gesundheitsgefährdende Wirkung von Asbest bekannt wurde, wurden asbesthaltige Bremsbeläge 1990 verboten. Die heutigen asbestfreien Zusammensetzungen von Bremsbelägen erfüllen diese Aufgaben sogar noch besser. Jeder Hersteller bevorzugt seine eigene Mischung verschiedener Stoffe, welche bestmögliche Ergebnisse und Eigenschaften liefern soll. Oft anzutreffen sind unter anderem Kupfer und Antimontrisulfid, welche in Bremsbelägen als Reibmittel dienen. Ebenfalls kommen Substanzen wie Sulfide von Molybdän, Zink und Eisen in Bremsbelägen vor. Gebunden werden diese Stoffe meist mit einem Phenolharz.

Belastung eines Bremsbelages

Bremsbeläge sind dank ihrer Zusammensetzung aus vielen Substanzen in der Lage, Temperaturen von bis zu 800 °C zu widerstehen und dennoch ihre Funktion zu erfüllen. Selbst nach 10 Vollbremsungen hintereinander müssen sie noch einen vorgeschriebenen Verzögerungswert erreichen. Auch bei Nässe dürfen sie nur unwesentlich in der Bremswirkung nachlassen. Sie sollen wenig abnutzen und gleichzeitig auch den Reibungspartner (Bremstrommel oder Bremsscheibe) schonen.

Verschleiß der Bremsbeläge

Allen Bremsbelägen ist gemeinsam, dass sie sich im Laufe der Zeit abnutzen und als Verschleißteil regelmäßig geprüft und bei Bedarf erneuert werden müssen. Bremsbeläge sollten gewechselt werden, wenn sie auf 2 mm Belagstärke abgenutzt sind. Moderne Fahrzeuge haben häufig eine Verschleißanzeige für die Bremsbeläge. Im Bremsbelag selbst ist auf Höhe der Mindestbelagdicke ein Kontaktstift eingearbeitet. Ist der Belag bis auf dieses Mindestmaß abgenutzt, wird der Kontaktstift freigelegt und berührt die Bremsscheibe. Dadurch wird ein Stromkreis geschlossen und die Bremsbelag-Verschleißanzeige aktiviert.

Wechseln von Bremsbelägen

Grundsätzlich sollte man als Laie selbst keine Arbeiten an Bremsanlagen durchführen. Die Sicherheit des Fahrers, der Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer sind von einer ordnungsmäßigen Funktionsweise der Bremsanlage abhängig. In Deutschland besagt die Rechtslage, dass solche Arbeiten nur von „geeigneten Personen“ durchgeführt werden dürfen. Darüber hinaus können sich auch versicherungstechnische Probleme oder Gewährleistungsausschlüsse ergeben, wenn ein unsachgemäßer Einbau vorgenommen wird. Werkstätten kennen sich nicht nur mit dem sachgemäßen Einbau von Bremsbelägen aus, sondern können auch andere Störungen - zum Beispiel Luft in der Bremsleitung oder Riefen auf der Bremsscheibe - entdecken und beseitigen. Bremsbeläge sollten jeweils pro Achse (rechts und links) gewechselt werden, damit keine unterschiedlichen Bremswirkungen die Fahrzeugstabilität beim Bremsen beeinträchtigen. Neue Bremsbeläge benötigen meist eine kurze „Einfahrzeit“, bis sie ihre voll Wirksamkeit entfalten können. Während dieser Zeit (rund 200 km) sollten die Bremsen nicht unnötig stark strapaziert werden. In Gefahrensituationen und bei Notbremsungen sollte man seine Bremsen natürlich nie schonen.