Antiblockiersystem


Die Zeit vor ABS ABS wird von Bosch eingeführt Vorteil des ABS Funktionsweise des ABS
Moderne Kraftfahrzeuge verfügen über die unterschiedlichsten Hilfs- und Assistenzsysteme. Bezeichnungen wie ESP, ASR, ACC oder AAS verwandeln die Ausstattungslisten von Autos in ein echtes Abkürzungschaos, das nur Auto-Enthusiasten entschlüsseln können. Auch ABS (Antiblockiersystem) gehört zu diesen hilfreichen Systemen und ist heute in jedem europäischen Kraftfahrzeug serienmäßig vorhanden. Dies hat seinen Ursprung in einer Selbstverpflichtung vom 01.07.2004, in der sich die europäischen Autohersteller darauf einigten, alle Kraftfahrzeuge unter 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht serienmäßig mit ABS auszustatten. Doch was hat es genau mit dem ABS auf sich, das seit über 10 Jahren zum Standard in der Automobilindustrie gehört?

Die Zeit vor ABS

Um die Vorteile des ABS (Antiblockiersystem) zu verstehen, hilft ein Blick in die Zeit vor der Einführung. Die Bezeichnung Antiblockiersystem verrät, dass einem Blockieren entgegengewirkt wird. Gemeint ist das Blockieren der Räder, was früher bei einer Voll- oder Notbremsung immer der Fall war. Auch die damaligen Fahrzeuge kamen zum Stehen, jedoch war die Lenkbarkeit des Fahrzeuges während der Vollbremsung aufgehoben, da blockierende Räder nicht mehr lenkfähig sind. Wenn der Bremsweg also trotz Vollbremsung nicht mehr ausreichte und keine anderen Maßnahmen ergriffen wurden, war die Kollision mit einem Hindernis vorprogrammiert. Dies gilt sowohl für trockene und griffige Fahrbahnbeläge als auch für Bremsungen bei Regen, auf Schnee oder Eis. Es gab eine Notlösung, die Lenkfähigkeit wiederzugewinnen – ein wiederholtes sekundenschnelles Betätigen und Öffnen der Bremse, um so einen Kompromiss zwischen Bremsverzögerung und Lenkfähigkeit herzustellen. Man nennt diese Art der Bremsung auch „Stotterbremse“. Da aber die wenigsten Menschen die Stotterbremsung perfekt beherrschen, ging es meist auf Kosten eines viel zu langen Bremswegs.

ABS wird von Bosch eingeführt

Nach mehreren anfänglichen Versuchen unterschiedlicher Firmen, ein zuverlässiges Gerät zur Verhinderung blockierender Räder auf dem Markt zu etablieren, gelang es Bosch 1978 mit seinem elektronischen ABS Fuß zu fassen. Anfangs noch als teure Sonderausstattung für unterschiedliche Fahrzeuge bestellbar, ging es nach und nach in die Serienausstattung über. Das ABS wurde im Laufe seiner Entwicklung immer weiter verbessert. So entstand aus einem Dreikanal-System das heutige Vierkanal-System: Nicht nur die beiden Vorderräder einzeln und die Hinterräder gemeinsam werden am Blockieren gehindert, sondern jedes Rad kann einzeln bei der Bremsung geregelt werden.

Vorteil des ABS

Die Fahrsicherheit wird durch ABS erheblich erhöht. Auch der Reifenverschleiß konnte durch das Verhindern von blockierenden Rädern bei der Bremsung gesenkt werden.

Funktionsweise des ABS

Raddrehzahlsensoren messen bei einem Bremsvorgang die Drehbewegung der einzelnen Räder. Die ABS Steuerung kann dadurch in den Bremsvorgang eingreifen, wenn ein Rad kurz vor dem Blockieren ist. Dies erfolgt durch Bremsdruckverminderung am betreffenden Rad, selbst wenn der Fahrer das Bremspedal ganz durchtritt. Die Konsequenzen daraus sind die Erhaltung der Lenkbarkeit und die Stabilisierung des Fahrzeugs bei maximal möglicher Verzögerung. In der Praxis stellte sich bei Tests als willkommene Nebenerscheinung heraus, dass Reifen, welche sich kurz vor dem Blockieren noch drehen, einen kürzeren Bremsweg erzeugen als solche, die rutschen. Zumindest trifft diese Aussage auf nasse und trockene Fahrbahnen zu, teilweise auch auf lockerem Untergrund.
Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn der lose Untergrund sich wie ein Keil vor einem blockierenden Rad aufstaut. Dies kann eine zusätzliche Bremswirkung erzeugen, die ein ABS-Bremssystem nicht nutzen kann. Bei Offroad-Fahrzeugen ist diese Zusatzbremskraft aber interessant, die über spezielle Bremssysteme genutzt werden kann.