Antriebswelle


Aufbau und Funktion der Antriebswelle Anforderungen an Antriebswellen Unterschied bei Antriebswellen an Vorder- und Hinterachse
Um die Kraft des Motors (Drehmoment) vom Getriebe oder Differential zu den Antriebsrädern zu leiten, werden Wellen (Antriebswellen) verwendet. Antriebsräder können sich aber auch bewegen: Hier verwendet man Wellen mit Gelenken, auch Gelenkwellen genannt. Bewegungen entstehen durch Ein- und Ausfedern der Räder und bei angetriebenen Vorderrädern durch die Lenkeinschläge. Die Gelenkwellen sollen trotz Winkelveränderungen die Kraft möglichst verlustfrei weiterleiten. Gleichzeitig müssen sie auch Abstandsdifferenzen ausgleichen können, weswegen sie sich verschieben lassen, ohne dabei den Kraftschluss zu unterbrechen.

Aufbau und Funktion der Antriebswelle

An einer angetriebenen Vorderachse besteht die Antriebswelle aus dem Festgelenk am Rad und einem verschiebbaren Gleichlaufgelenk sowie der Verbindungswelle. Abstandsdifferenzen werden vom Gleichlaufgelenk ausgeglichen.

Anforderungen an Antriebswellen

Durch den Lenkeinschlag sind Winkel von bis zu 52° zu überwinden, was im Betrieb zu hohen Belastungen führt. Um weiterhin eine lange Lebensdauer zu erreichen, müssen Antriebswellen Temperaturen zwischen -40 °C und 120 °C standhalten. Sie erreichen dabei Umdrehungszahlen von über 2600 Umdrehungen pro Minute. Gelenke werden in der Regel durch Faltenbälge geschützt, in denen sich das benötigte Schmierfett für die Gelenke befindet. Oft fängt hier der Verschleiß an, wenn die Manschetten porös und undicht werden. Erneuert man sie nicht, tritt das Fett aus und Schmutz gelangt zwischen die Gelenke, welche dann ebenfalls verschleißen.

Unterschied bei Antriebswellen an Vorder- und Hinterachse

Bei Antriebswellen an der Hinterachse treten bedingt durch die Nichtlenkbarkeit dagegen nur geringe Winkelveränderungen auf. Früher standen die Automobilhersteller bei frontgetriebenen Fahrzeugen vor dem Problem, dass die verfügbaren Antriebswellen nur ein begrenztes Drehmoment übertragen konnten. Deshalb waren bei frontgetriebenen Fahrzeugen auch keine extrem leistungsstarken Motoren zu finden. Hersteller von stark motorisierten Fahrzeugen setzten auf den Hinterachsantrieb, bei dem die Antriebswellen massiver gestaltet werden konnten, weil keine Lenkfähigkeit vonnöten war. Mit der Entwicklung neuer Materialien hat sich dies geändert. Die Vorteile des Frontantriebs konnten nun auch mit leistungsstarken Motoren kombiniert werden.
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