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Düsseldorf - Das Bundesverkehrsministerium plant eine Reform des Punktesystems in Flensburg. Ab 2013 gibt es nur zwei Klassen von Sündenfällen. Und der Führerschein ist nach acht Punkten weg. Unfallforscher begrüßen die Reform. Ob das neue Punktesystem eine Punktlandung hinlegt, bleibt jedoch fraglich.
Ein Tusch für die Ministerialbürokratie. Im Bundesverkehrsministerium ist die Entscheidung gereift, das Punktesstem des Verkehrszentralregisters in Flensburg endlich zu reformieren. Ab 2013 gibt es grundsätzlich weniger Punkte für Verkehrsdelikte. Die neue Zählung ordnet Fehltritte im Straßenverkehr künftig nicht mehr in sieben, sondern nur noch in zwei Kategorien ein. Grobe Verstöße werden statt mit einem bis drei alten Punkten, dann nur noch mit einem Punkt abgemahnt. Wogegen schwerwiegende Delikte zwei Punkte nach sich ziehen – und nicht mehr drei bis sieben. Sind auf dem Punktekonto vier Punkte aufgelaufen, gibt es eine Ermahnung, nach sechs Punkten folgt die Verwarnung und nach acht Punkten "ist die Pappe weg", wie´s der Volksmund so anschaulich formuliert. Das hört sich eigentlich gut an und ist besonders wichtig für die kleinen und großen Sünder hinter dem Steuer: Jeder Verstoß verjährt dann auch nur einzeln für sich und geht beim nächsten Knöllchen nicht automatisch in die Verlängerung.
Unfallforscher, wie sie beispielsweise für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) tätig sind, haben schon lange darauf hingewiesen, dass das bestehende System keinerlei Wirkung bei der Prävention hat, also vorbeugend die Sicherheit im Straßenkehr fördert, noch die Zahl und Schwere der Unfälle reduziert. Die Forscher belegen: Nicht die reine Punktzahl charakterisiert den notorischen Verkehrsrowdy als Gefahrenherd auf Straßen und Wegen, sondern die Anzahl der Delikte. Deshalb zielt die Reduzierung der "Verstoß-Klassen" in zwei Kategorien in die richtige Richtung. Raser, Trinker, Kiffer, Nötiger haben im Straßenverkehr nichts zu suchen.
Doch was ist mit der Gewichtung der Fahrleistung? Der Selbstständige, der 50 000 oder mehr Kilometer im Jahr zurücklegen muss, um seine Brötchen zu verdienen und seine Steuern zu zahlen, ist zwangsläufig gefährdeter hinterm Steuer zu fehlen, als die Hausfrau, die ihren Kevin zum Kicken und den Einkauf nach Hause transportiert. Denn machen wir uns doch nichts vor, in Zeiten leerer Säckel sind klamme Kämmerer fiel zu sehr versucht, Kontrollen von verkehrssündigem Potential zu veranlassen, um abzukassieren und nicht der Verkehrssicherheit zu dienen.
Thomas Lang/mid
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